Meine Frau wollte schon lange ein Schneidbrett mit Sortierfächern. Also habe ich im Ikea ein paar passende Artikel besorgt und ein pragmatisches, platzsparendes Schneidebrett gebaut, in das sich Edelstahlschüsseln seitlich einschieben lassen.
Das Ergebnis ist im Küchenalltag äußerst praktisch: Schnittreste landen direkt in den Schüsseln, Gemüse bleibt sauber getrennt und die Arbeitsfläche ordentlich. In dieser Anleitung zeige ich Schritt für Schritt, wie ich vorgegangen bin, welche Materialien und Werkzeuge ich verwendet habe und welche Tipps sich in der Praxis bewährt haben.
Step 1: Planung und Materialwahl
Bevor ich mit dem Bau begonnen habe, habe ich mir kurz überlegt, wie das Schneidbrett später genutzt werden soll:
- Das Brett sollte groß genug sein, um komfortabel schneiden zu können.
- Seitlich sollten Schlitze für Edelstahlschüsseln vorhanden sein, um Abfälle und geschnittene Zutaten getrennt abzulegen.
- Das Material sollte robust und lebensmittelecht sein.
Ich habe mich für ein vorgeöltes Holzbrett aus dem Möbelhaus entschieden, ergänzt durch dünne Holzleisten als Führung und passende Edelstahlschüsseln, die sich von der Seite einschieben lassen.
Material- und Werkzeugliste
- Vorhandenes Brett (idealerweise ein dickes, stabiles Schneidebrett oder ein Holzbrett aus dem Möbelhaus)
- Dünne Holzleisten (ca. 5–8 mm stark) für die Führung
- Edelstahlschüsseln in passender Größe
- Wasserfester Holzleim oder Montagekleber
- Schleifpapier (Körnung 120, 220 und 320)
- Lebensmittelechtes Holzöl oder Mineralöl
- Säge (Stichsäge, Kreissäge oder Handsäge)
- Maßband, Bleistift, Winkel
- Klemmen zum Fixieren während der Trocknungszeit
Step 2: Einkaufen und Vorbereitung
Im Ikea habe ich das Schneidbrett und passende Edelstahlschüsseln besorgt. Wenn du die Materialien woanders kaufst, achte bei den Schüsseln darauf, dass sie flache Ränder haben, damit sie sauber in die Führungsschienen eingeschoben werden können.
Das Brett war bereits geölt. Das ist zwar praktisch, bedeutet aber auch, dass die Oberfläche vor dem Kleben angeschliffen werden muss, damit der Leim zuverlässig haftet.
Step 3: Zuschnitt – Teile aus dem Brett entnehmen
Aus dem Brett habe ich die benötigten Teile für die Füße zugeschnitten. Diese unteren Elemente werden später mit Leisten versehen, um die Schüsseln zu führen. Alternativ lassen sich die Füße auch aus einem separaten Holzstück herstellen.
Wichtig beim Zuschnitt:
- Exakt messen: Brettbreite, Schüsselbreite und benötigte Einschubtiefe
- Überstände einplanen: Die Füße sollten etwas höher sein als die Schüsselränder
- Sicher arbeiten: Brett fixieren und sauber entlang der Schnittlinie sägen


Step 4: Schleifen – Oberfläche vorbereiten
Da das Brett geölt war, habe ich die Oberfläche gründlich angeschliffen. Ziel ist nicht, Material abzutragen, sondern eine haftfähige Oberfläche für Leim und neues Öl zu schaffen.
Vorgehensweise:
- Mit 120er Körnung die Oberfläche leicht anrauen
- Mit 220er Körnung nachschleifen
- Mit 320er Körnung fein schleifen für ein glattes Finish
Zwischen den Schleifgängen sollte der Schleifstaub entfernt werden, damit er später nicht die Klebeverbindungen beeinträchtigt.

Step 5: Leisten anfertigen und an die Füße kleben
Damit sich die Schüsseln seitlich einschieben lassen, benötigen sie eine stabile Führung. Dafür habe ich dünne Leisten seitlich an die Füße geklebt.
So bin ich vorgegangen:
- Leisten auf die passende Länge zuschneiden
- Bündig anlegen und mit Holzleim befestigen
- Mit Klemmen fixieren, bis der Leim ausgehärtet ist
Die Leisten müssen parallel verlaufen und den exakten Abstand haben, den die Schüsseln benötigen. Ein kleines Spiel ist sinnvoll, zu eng darf die Führung jedoch nicht sein.

Step 6: Füße am Brett befestigen
Nachdem der Leim an den Leisten vollständig getrocknet war, habe ich die Füße am Schneidbrett befestigt. Hier ist Stabilität entscheidend, damit das Brett beim Arbeiten nicht wackelt.
Vorgehen:
- Position der Füße markieren
- Holzleim auftragen
- Füße andrücken und mit Klemmen fixieren
Bei meinem Brett aus dem Möbelhaus war eine reine Leimverbindung ausreichend, da die Klebeflächen groß und eben waren.

Step 7: Finale Nachbearbeitung – Brett ölen
Nach dem vollständigen Trocknen habe ich das gesamte Brett erneut geölt. Das schützt das Holz, stellt die Lebensmittelechtheit sicher und hebt die Maserung hervor.
Tipps zum Ölen:
- Nur lebensmittelechte Öle verwenden
- Öl dünn auftragen und Überschüsse abwischen
- Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke
- Nach dem Ölen mindestens über Nacht trocknen lassen
Step 8: Schüsseln einsetzen und nutzen
Nun lassen sich die Edelstahlschüsseln seitlich in die Führungen einschieben. Beim Schneiden kann direkt in die Schüsseln gearbeitet oder Schnittreste sauber sortiert werden.
Die Schüsseln sitzen stabil, lassen sich aber jederzeit leicht entnehmen und reinigen.

Tipps, Varianten und Pflege
Schüsselgröße:
Die Schüsseln sollten außen zur Breite der Führung passen und idealerweise einen flachen Rand besitzen. Ein kleines Spiel erleichtert das Einschieben.
Leimwahl:
Für den Innenbereich reicht normaler Holzleim. Bei häufiger Feuchtigkeit empfiehlt sich wasserfester Leim.
Pflege:
- Holz nur feucht abwischen, nicht in die Spülmaschine geben
- Regelmäßig nachölen
- Bei Bedarf leicht anschleifen
Varianten:
- Nuten direkt ins Brett fräsen
- Gummifüße gegen Verrutschen montieren
- Mehrere Führungen für verschiedene Schüsselgrößen
- Alternative Einsätze wie Schubladen oder Magnetbehälter
Zeitaufwand und Kosten:
- Materialbeschaffung: 30–60 Minuten
- Zuschnitt und Schleifen: 1–2 Stunden
- Kleben und Trocknen: 12–24 Stunden
- Ölen: ca. 30–60 Minuten plus Trocknungszeit
Die Materialkosten liegen je nach Qualität in der Regel unter 50 Euro.



